Die vergangenen Wochen waren wir im Norden von (West-)Australien unterwegs und wurden von viel Sonne und angenehmen Temperaturen verwöhnt. Im Juni haben wir den Wendekreis des Steinbocks überquert und damit den subtropischen Norden mit seinem im Winter sehr angenehmen Klima verlassen. Nun wurde es spürbar kühler, tagsüber noch schön sonnig aber nachts schon recht frisch. Je weiter wir in den Süden kamen, desto kühler und regnerischer wurde es. – Es ist halt mitten im Winter hier. Zum Glück ist das Wetter jetzt recht ähnlich wie ein deutscher Sommer 😉 Zeitweise schön warme Tage um die 25° C und dann wieder Regen und Wind.

Winter ist es im Süden von Westaustralien ca. von Juni bis August. Die Natur freut sich, denn endlich regnet es, fast jeden Tag ein bisschen.

Regenbogen

Regenbogen

Die Schüler freuen sich, denn sie haben im Juli Winterferien, 2 Wochen immerhin. Die Menschen freuen sich (zumindest ein bisschen) über die vielen schönen Regenbögen 🙂 Die Tiefsttemperaturen sind hier im Winter tagsüber 10° C und nachts werden auch knapp an die 0° C erreicht. Das Camperleben kann bei diesen kalten Temperaturen mit Wind und Regen durchaus ungemütlich werden, wir packen uns nachts ganz dick ein, frühstücken im Campervan oder in der Campküche und steuern häufiger Museen, Bibliotheken oder Indoor-Spielplätze an. Daher freuten wir uns sehr auf unsere Wohnung in Perth mit viel Platz, heißem Wasser, Badewanne, Strom und Internet… 🙂

Kurz vor Perth besuchten wir noch den Yanchep Nationalpark. Hier erwarteten uns freilebende Kängurus auf den Wiesen und Koalas in den Bäumen. Als wir uns zum Aufwärmen ins Restaurant Yanchep Inn begaben, wurden wir von der Weihnachtsdekoration überrascht – das Restaurant lädt ein zu Weihnachtsfeiern in der kalten Jahreszeit, “Christmas in Juli” 🙂

 

Bei unserer Einfahrt in Perth wurden wir von starken Regenschauern begleitet. Zum Glück erwartete uns unsere “alte” Wohnung, welche wir von unserer ersten Reise 2014 noch kannten.

Regenschauer bei der Einfahrt nach Perth

Regenschauer bei der Einfahrt nach Perth

Wir freuten uns sehr auf die warme Wohnung mit all den Annehmlichkeiten, welche die Zivilisation vier nassen und frierenden Reisenden zu bieten hat: Strom, Heizung, fließend heißes Wasser und eine Badewanne. Zur vereinbarten Zeit standen wir vor der Wohnungstür – aber wie groß war unser Schock als nach über einer Stunde noch niemand gekommen war um uns zu öffnen 😮

Die Vermieterin war gerade auf einer Kreuzfahrt in Alaska, dementsprechend erreichten wir nur ihre Mailbox. Die Kontaktdaten der Putzfrau, die eigentlich hätte herkommen sollen, hatten wir nicht. So quartierten wir uns für die nächsten Tage in ein Appartement am Meer ein und versuchten auf allen möglichen Kanälen unsere Vermieterin zu erreichen.

Spielen am kalten Strand von Perth

Spielen am kalten Strand von Perth

Nach drei Tagen des Wartens und Hoffens klärte sich unser Dilemma und wie groß war unsere Freude, als wir endlich unser ehemaliges Heim erneut als Zuhause betreten konnten! Abends bemerkten wir, dass die Wohnung nicht wärmeisoliert ist. WOZU AUCH? Für maximal 12 Wochen im Jahr 😉 Daher schalteten wir alle elektrischen Heizungen an die wir fanden – und promt sprang die Sicherung heraus und wir standen ohne Strom da. Jetzt hieß es erst mal den Sicherungskasten finden, bevor wir uns weiter wärmen konnten.

Die Wohnung hat einen riesigen Wohn- / Ess-Bereich gleich neben der offenen Küche. Hier werden wir uns wohl die meiste Zeit aufhalten. Der Wohnbereich lässt sich noch erweitern wenn die Türen zum großen verglasten Balkon geöffnet sind. Vom Balkon aus hatten wir vor 3 Jahren noch einen Blick auf die Wolkenkratzer der Innenstadt. Jetzt sieht man nur noch die grünen Kronen von vielen Gumtrees 🙂 Eines der beiden Schlafzimmer haben wir zum Spielzimmer umfunktioniert – dafür ergeben die beiden Doppelbetten nebeneinander ein großes Familienbett in unserem zweiten Schlafzimmer.

Die Wohnung ist möbliert und kostet uns mehr als das Doppelte unserer Dresdner Wohnung. Ein bisschen haben wir die Wohnung noch weiter ausgestattet. Wir besorgten noch Hocker für unsere Jungs zum Händewaschen und um uns beim Kochen zu helfen 🙂 Ein Kleiderständer wurde für unsere Jacken und Fahrradhelme besorgt und WARME Hausschuhe gabs am ersten Wochenende für alle – jippie! 🙂

 

Bei unserer Ankunft war gerade “Sperrmüllwoche”, welche es hier alle 4 Monate gibt. In dieser Woche kann jeder seine Sachen, die er nicht mehr benötigt an den Straßenrand stellen. Was später noch da steht, wird von der Stadtreinigung abgeholt. Für uns waren vor 3 Jahren wahre Glücksgriffe dabei wie ein Kinderhochstuhl, ein Kinderreisebett u.a. Diesmal waren wir eher auf der Suche nach Fahrrädern, fanden aber “nur” einen Helm und ein bisschen Spielzeug 🙂

Schon während der gesamten Reise im Campervan haben wir uns aufs Fahrradfahren in Perth gefreut – das ist recht einfach hier und spannender als mit dem Auto. So nutzten wir das erste Wochenende gleich, um die gesamte Familie mir Rädern und Zubehör auszustatten. Dank Kleinanzeigen (Gumtree.com.au – gehört wie ebay-Kleinanzeigen auch zu ebay), Second-Hand-Läden und den großen Kaufhäusern BigW und Kmart fanden wir für ca. 250 €

  • 3 gebrauchte Fahrräder in gutem Zustand
  • 1 Kindersitz
  • 4 Helme
  • 3 Fahrradständer
  • 2 Schlösser
  • Beleuchtung für alle Räder
  • 3 Klingeln und
  • 1 Pumpe 🙂

Und wiederum dank Gumtree.com.au werden wir unsere Fahrräder erfahrungsgemäß zu einem ähnlichen Preis verkaufen können. In Australien besteht für Radfahrer lediglich Helmpflicht, alles andere ist optional! Allerdings fühlen wir uns wohler wenn die Räder mit oben aufgezähltem Zubehör ausgestattet sind und im Dunkeln leuchten.

Nach Mirko’s fachmännischer Inbetriebnahme der Fahrräder inkl. Kettenschmierung, Justage der Bremsen und Montage des Kindersitzes gings am Sonntag auf einen Radausflug in den nahe gelegenen Kings Park. Benno saß seit über 6 Monaten das erste Mal wieder allein auf einem Fahrrad – und es klappte ziemlich gut. Nur das Bremsen müssen wir noch üben.

 

Wir genossen den angenehmen, sonnigen Wintertag während wir auf geteerten Radwegen durch australische Buschlandschaft zum Aussichtspunkt auf das Stadtzentrum von Perth radelten. In Australien werden die Stadtzentren CBD (sieh-bieh-dieh) gennant, Central Business District. Unter einer Allee aus mächtigen Gumtrees eröffnette sich uns der Blick auf die Wolkenkratzer von CBD an den Ufern des Swan Rivers – was für ein Anblick!

 

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