Wie läuft bei uns so ein typischer Familien-Reise-Tag mit unserer Wilma ab? Der Morgen beginnt meist mit dem Sonnenaufgang (im Northern Territory bisher human 7:30, in Western Australia ca. 6:30) – denn dann erwacht Benno. Wir kuscheln noch alle zusammen bis Benno die Gardinen aufreisst, die Sonne hereinlässt und die Nachbarautos bestaunt (“Oh, Auto, Auto”). Manchmal stehen auch Quads vor den Wohnmobilen, sehr zur Freude von Benno (“Oh, Krakor, Krakor”).

Dann ziehen wir uns an und frühstücken zusammen. Zum Frühstück gibt’s für Benno leckeren Haferbrei mit Fruchtmus und danach nascht er bei uns mit. Wir haben Brot (oft selbstgebackenes) mit Honig, Avocado, Aufstrich und (salziger) Margarine. Dazu einen Tee oder Kaffee und die wärmende Morgensonne und wir sind glücklich.

Frühstück am Campervan

Frühstück am Campervan

Für unser tägliches Brot haben wir extra unseren Brotbackautomaten* mit nach Australien geschmuggelt 🙂 Einerseits hatten wir Angst, dass es hier kein gutes Vollkornbrot zu kaufen gibt – das gibt’s auch eher selten und recht teuer – und wir hatten noch Platz im Koffer, da musste “Boris”, wie wir unseren Brotbackautomaten liebevoll nennen, einfach noch mit 🙂

Nun packen wir und machen Wilma abfahrbereit. Wenn es sich anbietet gehen wir vor der Abfahrt an den Strand oder auf eine Wanderung und fahren dann vormittags zu Bennos Schlafeszeit los. Dabei sitzt Benno in seinem baby seat auf dem Beifahrersitz und schläft oder spielt oder wird bespaßt. Lena sitzt neben ihm in der Mitte und reicht ihren Männern Wasser, Snacks, liest in Reiseführern oder sorgt mit Musik und Hörbüchern für gute Laune. Ich kümmere mich ums Fahren und versuche die nicht eben windschnittige Wilma auch bei starken Seitenwinden oder entgegenkommenden road trains auf der Straße zu halten.

Mirko im Campervan

Mirko im Campervan

Benno spielt mit Knete im Campervan

Benno spielt mit Knete im Campervan

Unterwegs tanken wir wo immer es geht, denn unsere 24-jährige Wilma braucht gut und gerne 14 bis 15 Liter pro 100 km. Der Benzinpreis schwankt hier extrem. In größeren Städten ist er bei erträglichen 1,2 € pro Liter, auf dem Land dann eher wie in Deutschland. Einkäufe erledigen wir ca. einmal in der Woche. An die langen Distanzen haben wir uns inzwischen gewöhnt und so fahren wir zwischen 150 und 350 km am Tag. Das ermöglicht uns ein gutes Vorankommen bei genügend Zeit einige der Highlights hier zu bestaunen und zu genießen. Beim Fahren schafft Wilma eine Reisegeschwindigkeit von ca. 100 km/h, bei Steigungen auch mal viel weniger. So erreichen wir nach ca. 2 bis 4 Stunden Fahrt zzgl. Pausen entweder einen Campingplatz (ca. 10 €), einen Caravanpark (20 bis 40 €) oder einen einfachen aber kostenlosen Rastplatz.

Hier bereiten wir alles für die Nacht vor. Jetzt bleibt Zeit für das was anliegt. Evtl. muss etwas am Auto repariert werden. Oder wir gehen an den Strand spazieren, die Gegend erkunden oder auf eine Wanderung. Später macht Lena dann Abendbrot während ihre Männer spielen 🙂

Lena bringt dann Benno ins Bett und ich plane die Route mithilfe von Reisebüchern und Apps. Vor dem Schlafengehen können wir noch einen wunderschönen klaren Sternenhimmel bewundern, denn die nächste Stadt mit viel Licht ist meist mehrere Hundert km weit weg.

Im Auto schlafen wir alle zu dritt unten. Dabei habe ich mir den Fahrersitz so weit es geht nach vorne geschoben und geklappt, so dass ich mich gerade lang ausstrecken kann im Bett. Das habe ich erst nach einer Woche on the road festgestellt, als Benno mit den Knöpfen des Sitzes gespielt hat. Bis dahin hatte ich versucht mich schräg ins Bett zu legen und mir mit Lena den begrenzten Raum für die Füße zu teilen.

 

So schlafen wir im Campervan

So schlafen wir im Campervan

Gekocht wird übrigens auf dem zweiflammigen Gasherd, der sogar einen kleinen Gasbackofen für Pizza u.ä. hat. Die Gasflasche steht in einem separaten Fach, welches nur von außen zugänglich ist. Sie muss vor und nach dem Kochen aus Sicherheitsgründen auf und zugedreht werden.

Im Campervan mit Spüle, Herd, Kühlschrank, Kleiderschrank

Im Campervan mit Spüle, Herd, Kühlschrank, Kleiderschrank

Unser Kühlschrank ist riesig und wird von der zweiten Batterie gespeist, die auch riesig zu sein scheint. Bisher hat sie auch locker eine Woche ohne nachladen mit Strom durchgehalten. Es ist eine so genannte deep cycle battery, die auf Schiffen verwendet wird. (Irgendwann ist mir aufgefallen, dass wir ja ein Solarpanel auf dem Dach montiert haben, daher hat die Batterie so lange gehalten – Sonne gibt’s ja genug hier 🙂 )

Der Kühlschrank im Campervan

Der Kühlschrank im Campervan

Der Vorratsschrank im Campervan

Der Vorratsschrank im Campervan

Einen Kleiderschrank gibts auch noch und ein Spülbecken, in welches mit einer Handpumpe das Wasser aus dem Tank unter dem Auto gepumpt werden muss. Das Abwasser fließt dann einfach unters Auto. In Neuseeland muss dort noch ein Auffangbehälter für das “grey water” hin.

Wir essen bisher immer draußen am Campingtisch auf unseren Campingstühlen. So können wir drinnen das Bett aufgebaut lassen. Das ändert sich evtl mit den kalten Temperaturen im Süden, aber momentan genießen wir noch die Sonne hier 🙂

Außen an der Wilma gibts als Highlight noch eine riesig große Markise (engl. awning), die uns Schatten spendet und vor Regen schützt.

Awning Markise am Campervan

Awning Markise am Campervan

 

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